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Energiewende Persönlich PV / Solar

Solarparks Deutschland: mein Reise- & Erfahrungsbericht

Tobias Schmitz
Tobias Schmitz

Meine Reisen durch Solarparks

Ähnlich wie in meinem Reise- und Erfahrungsbericht in Windparks in Deutschland mache ich auch immer wieder gerne einen Abstecher zu einem Solarpark. Meine Motivation: Wie in einem Windpark auch sieht man bei einem Photovoltaik Park ein Stück Energiewende vor sich. Günstige Energie, die uns unabhängig macht, die uns resilienter macht, die uns klimafreundlicher macht. Das motiviert mich, das gibt mir Hoffnung und insgesamt einfach ein gutes Gefühl.

Leider gibt es immer wieder Zweifler*innen und Gegner*innen gegen Solarparks. Ich denke und hoffe, dass wir aber Schritt für Schritt mehr gesellschaftliche Akzeptanz für PV-Strom aus Freiflächenanlagen erzielen werden und somit stetig mehr Solarstrom für unseren steigenden Strombedarf ernten. In jedem Fall versuche ich, mit meiner Good Paragon Mission ein Teil davon zu sein, um für unsere Gesellschaft, unsere Folgegenerationen und unser Klima einen positiven Beitrag zu leisten.

Solarparks in Deutschland, die ich besucht habe

Solarpark Gohr/Broich

Der Solarpark bei Broich, angeschlossen an den Windpark Broich, war für mich ein besonderer Besuch. Hier war ich mit Daniel, mit dem ich auf einem Trip mehrere Drohnenvideos von Windparks für mehrere Unternehmen gemacht habe.

Dadurch ist von dem Solarpark hier auch ein schönes Drohnenfoto von oben enstanden. Eigentlich war ich für ABO Energy bei dem Windpark. Hier steht aber der Solarpark Gohr/Broich bei Dormagen direkt bei dem Windpark Broich.

  • Inbetriebnahme: Eröffnung am 11. Mai 2017 (Bauzeit: nur gut ein Monat)
  • Leistung: 2,8 MWp (über 17.000 m² Modulfläche, 1.447 Betonfundamente, 11 km Kabel)
  • CO₂-Einsparungen: ca. 1.000 Tonnen CO₂ pro Jahr
  • Fläche: ca. 6 Hektar
  • Bürgerbeteiligung: Namenswettbewerb mit knapp 100 Einsendungen aus Dormagen, der Strom bleibt zu 100 % in der Stadt, Betreiber ist das kommunale Stadtwerk
  • Jahresertrag: rechnerisch ca. 800 Haushalte (einen kWh-Wert nennt die evd nicht)
  • Betreiber/Eigentümer: evd energieversorgung dormagen GmbH: das Stadtwerk von Dormagen; errichtet mit dem Dienstleister Rheinland-Solar
  • Link zum Solarpark sun dorado der evd
  • Link zum Standort auf Google Maps
  • Mein Besuchsdatum: Juli 2025

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Solarpark Frechen der Quarzwerke GmbH

Im Wald bei einer Wanderung mit einer guten Freundin habe ich den Solarpark der Quarzwerke GmbH entdeckt, die damit ihre eigene Produktion mit grünem nachhaltigem Strom bestreiten.

  • Inbetriebnahme: 2024
  • Leistung: 6,5 MWp (aus 11.352 PV-Modulen)
  • CO₂-Einsparungen: ca. 2.500 Tonnen CO₂ pro Jahr (rechnerische Herleitung)
  • Fläche: ca. 3 Hektar
  • Bürgerbeteiligung: keine formelle aber Rücksicht auf Anwohner baulich mitgedacht: abgesenkte Bauweise gegen Blendwirkung, Blühwiese unter den Modulen
  • Jahresertrag: ca. 6,59 GWh: versorgt rechnerisch ca. 2.500 Haushalte
  • Betreiber/Eigentümer: Quarzwerke GmbH selbst. Es ist die zweite eigene PV-Anlage des Unternehmens, weitere sind geplant.
  • Link zum Solarpark der Quarzwerke in Frechen
  • Link zum Standort auf Google Maps
  • Mein Besuchsdatum: Anfang Oktober 2024

solarpark-frechen-quarzwerke-1Zwei Dinge möchte ich bei dem Solarpark hervorheben: Zum einen finde ich es super, dass die Quarzwerke als Investition hier auf grünen Strom umgestiegen sind. Vermutlich ist der Solarpark eine wirtschaftliche Entscheidung. Aber genau das ist ja das schöne an günstigem Solarstrom: Unternehmen oder Privatleute können sich für wirtschaftliche Motive für den grüneren Weg entscheiden und so dennoch die Energiewende voran treiben.

Außerdem finde ich es von der Umsetzung her gut, dass die PV-Module in eine abgesenktes Areal geplant wurden. So ist es für Menschen im Umfeld ein weniger störender Anblick. Mich persönlich stört es zwar sowieso nicht, weil ich ein Fan von Erneuerbaren Energien bin. Aber ich finde es dennoch hilfreich, wenn die Energiewende auch für das Akzeptanzlevel anderer Gesellschaftsanteile ausgelegt und realisert wird.

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Solarpark Erkrath

Ganz bei mir in der Nähe (ich wohne in Düsseldorf Gerresheim) habe ich beim Laufen einen Solarpark in Erkrath entdeckt.

  • Inbetriebnahme: offiziell eingeweiht im Juli 2025 durch NRW-Finanzminister Dr. Marcus Optendrenk
  • Leistung: 4.100 Module in Ost-West-Ausrichtung. Eine offizielle MWp-Zahl nennt der BLB NRW nicht; rechnerisch aus Modulanzahl und Ertrag ca. 1,7 MWp
  • CO₂-Einsparungen: ca. 570 Tonnen CO₂ pro Jahr (eigene Berechnung: 1,5 GWh × Strommix-Faktor)
  • Fläche: ca. 14.000 m² = 1,4 Hektar (etwa zwei Fußballfelder)
  • Jahresertrag: ca. 1,5 Mio. kWh — rechnerisch ca. 600 Haushalte; tatsächlich fließt der Strom in landeseigene Gebäude
  • Betreiber/Eigentümer: BLB NRW (Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen, Niederlassung Düsseldorf) — erster landeseigener Solarpark in NRW und größte PV-Anlage des Landesbetriebs; errichtet von Gatter3 Technik; weitere landeseigene Parks sind angekündigt
  • Bürgerbeteiligung: keine, der Strom versorgt Landesgebäude
  • Link zum Solarpark Erkrath
  • Link zum Standort auf Google Maps
  • Mein Besuchsdatum: Oktober 2025

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Die 5 größten Solarparks Deutschlands

Wer über Solarparks in Deutschland spricht, kommt an diesen Anlagen nicht vorbei. Die Rangliste zeigt nebenbei, wie schnell sich die Dimensionen verschoben haben: Der Spitzenreiter von 2020 wäre heute nur noch ein Drittel so groß wie der aktuelle.

1. Der größte Solarpark Deutschlands: Energiepark Witznitz (Sachsen) – 650 MW

Der Energiepark Witznitz südlich von Leipzig ist mit 650 Megawatt Leistung der größte Solarpark Deutschlands – und zugleich der größte zusammenhängende Solarpark Europas. Auf rund 500 Hektar eines ehemaligen Braunkohletagebaus wurden etwa 1,1 Millionen Solarmodule installiert; der Strom reicht rechnerisch für 200.000 Vier-Personen-Haushalte. Entwickelt und gebaut wurde die Anlage von Move On Energy, offiziell eröffnet im Juli 2024. Bemerkenswert gleich doppelt: Der Park wurde ohne staatliche Förderung realisiert und speist als erstes Solarkraftwerk Deutschlands direkt auf der Höchstspannungsebene ins Übertragungsnetz von 50Hertz ein.

2. Solarpark Weesow-Willmersdorf (Brandenburg) – 187 MW

Der Solarpark Weesow-Willmersdorf bei Werneuchen, rund 26 Kilometer nordöstlich von Berlin, leistet 187 Megawatt und war bei seiner Fertigstellung Ende 2020 der größte Solarpark Deutschlands. Auf 164 Hektar stehen rund 465.000 Module, die bis zu 50.000 Haushalte versorgen können. Betreiber ist die EnBW – und der Park schrieb Geschichte als erstes deutsches Großprojekt, das komplett ohne EEG-Förderung auskommt. Schön für Besucher: Öffentliche Wege führen durch die Anlage.

3. Solarpark Boitzenburger Land (Brandenburg) – 180 MW

In der Uckermark steht mit dem Solarpark Boitzenburger Land (180,3 Megawatt auf rund 170 Hektar) die Nummer drei – und sie hat die ungewöhnlichste Betreibergeschichte dieser Liste: Initiator und Mehrheitsgesellschafter ist der ortsansässige Landwirt Dietrich Twietmeyer, der seine ertragsschwachen Ackerflächen in einen Solarpark verwandelt hat. Betreibergesellschaft ist die SEBG Energiepark GmbH, an der auch der Frankfurter Energieversorger Mainova beteiligt ist, der den Strom per Power Purchase Agreement (PPA) direkt vermarktet. Gebaut hat GP Joule als Generalunternehmer – in nur elf Monaten. In Betrieb seit September 2023.

4. Solarpark Tramm-Göthen (Mecklenburg-Vorpommern) – 172 MW

Zwischen Schwerin und Ludwigslust liegt der Solarpark Tramm-Göthen mit 172 Megawatt und 420.000 Modulen auf einer Fläche von rund 350 Fußballfeldern. Eigentümer ist der Hamburger Asset Manager Luxcara, entwickelt, gebaut und betrieben wird die Anlage von Belectric. Auch dieses Projekt kommt ohne EEG-Förderung aus: Der Strom wird über einen zehnjährigen Abnahmevertrag an RWE verkauft, die damit Volkswagen beliefern. In Betrieb seit 2021/2022.

5. Solarparks Gottesgabe und Alttrebbin (Brandenburg) – je 150 MW

Platz fünf teilen sich zwei Zwillingsprojekte der EnBW im Landkreis Märkisch-Oderland: Die Solarparks Gottesgabe und Alttrebbin leisten jeweils rund 150 Megawatt und gingen 2022 ans Netz. Zusammen mit Weesow-Willmersdorf bilden sie ein förderfreies Solar-Cluster östlich von Berlin mit rund 500 Megawatt Gesamtleistung – genug für etwa 130.000 Haushalte.

Auffällig an dieser Liste: Vier der fünf größten Anlagen wurden ohne staatliche Förderung gebaut. Solarparks in Deutschland rechnen sich inzwischen am freien Markt – ein Punkt, der auch erklärt, warum immer mehr unterschiedliche Akteure als Betreiber einsteigen.

Solarpark-Betreiber in Deutschland: Wer hinter den Anlagen steht

Bei meinen Besuchen fällt mir immer wieder auf, wie unterschiedlich die Betreiber-Landschaft geworden ist. Hinter Solarparks in Deutschland stehen längst nicht mehr nur die großen Energieversorger:

Energieversorger: Die EnBW betreibt mit Weesow-Willmersdorf, Gottesgabe und Alttrebbin gleich drei der größten deutschen Anlagen. Die Mainova aus Frankfurt ist am Solarpark Boitzenburger Land beteiligt und vermarktet dessen Strom per PPA.

Projektentwickler und Generalunternehmer: Move On Energy hat mit Witznitz Europas größten Solarpark entwickelt und betreibt ihn auch. Belectric baut und betreibt Großanlagen wie Tramm-Göthen im Auftrag von Investoren. GP Joule realisierte den Solarpark Boitzenburger Land in elf Monaten Bauzeit.

Asset Manager und Investoren: Luxcara aus Hamburg besitzt Tramm-Göthen als Teil eines europaweiten Erneuerbaren-Portfolios – ein typisches Modell: Institutionelles Kapital kauft, spezialisierte Dienstleister betreiben.

Die öffentliche Hand: Mit dem BLB NRW betreibt erstmals ein Bundesland eigene Solarparks – den ersten davon habe ich in Erkrath besucht (siehe oben im Reisebericht).

Landwirte und lokale Gesellschaften: Der Solarpark Boitzenburger Land zeigt, dass auch Landeigentümer selbst zu Betreibern werden – der Landwirt Dietrich Twietmeyer ist dort Initiator und Mehrheitsgesellschafter.

Gerade dieser Mix – vom Konzern bis zum Landwirt – macht die Branche so spannend. Und er bedeutet: Sehr unterschiedliche Organisationen stehen vor sehr ähnlichen Herausforderungen, wenn es um Akzeptanz, Sichtbarkeit und Kundengewinnung geht.

Solarmarketing für Solarpark-Betreiber

Was mir bei den Besuchen ebenfalls auffällt: Die spannendsten Geschichten der Energiewende stehen buchstäblich auf der Wiese – aber kaum ein Betreiber erzählt sie. Dabei zahlen genau diese realen Projekte auf alles ein, was im Solargeschäft zählt: Akzeptanz bei Anwohnern und Kommunen, Sichtbarkeit bei Flächeneigentümern und Investoren, und Vertrauen bei potenziellen Kunden.

Wer seine Projekte sichtbar macht, generiert planbar eigene Anfragen – statt teuer eingekaufte Kontakte mit fünf Wettbewerbern zu teilen. Wie das konkret funktioniert, zeige ich auf meiner Seite zur Leadgenerierung für Solarunternehmen.

Und warum Eigenleads für Solarunternehmen langfristig günstiger und nachhaltiger sind als gekaufte Leads, habe ich hier ausführlich verglichen: PV-Leads kaufen vs. Eigenleads.

Sie betreiben, projektieren oder vermarkten Solarparks und wollen Online-Sichtbarkeit oder eigene Anfragen aufbauen?

Lassen Sie uns sprechen

Häufige Fragen zu Solarparks in Deutschland

Wie viele Solarparks gibt es in Deutschland?

In Deutschland sind rund 20.000 Photovoltaik-Freiflächenanlagen in Betrieb. Insgesamt lag die installierte PV-Leistung Anfang 2026 bei rund 118 Gigawatt, etwa ein Drittel davon entfällt auf Freiflächenanlagen. Der Ausbau beschleunigt sich: Ab 2025 sieht das EEG einen jährlichen Zubau von 9,9 Gigawatt allein auf Freiflächen vor.

Was ist der größte Solarpark Deutschlands?

Der größte Solarpark Deutschlands ist der Energiepark Witznitz südlich von Leipzig mit 650 Megawatt Leistung – zugleich der größte zusammenhängende Solarpark Europas (Details oben in der Liste).

Wer betreibt Solarparks in Deutschland?

Solarparks in Deutschland werden von Energieversorgern (z. B. EnBW), Projektentwicklern (z. B. Move On Energy, Belectric), Asset Managern und institutionellen Investoren (z. B. Luxcara), zunehmend der öffentlichen Hand (z. B. BLB NRW) sowie von Landwirten und lokalen Betreibergesellschaften betrieben.

Kann man einen Solarpark besichtigen?

Solarparks sind in der Regel eingezäunt und nicht frei zugänglich – aber von öffentlichen Wegen aus meist gut einsehbar, und genau so besuche ich sie auch. Einige Anlagen wie der Solarpark Weesow-Willmersdorf haben sogar öffentliche Wege, die durch den Park führen. Manche Betreiber bieten zudem Führungen oder Tage der offenen Tür an – nachfragen lohnt sich.

Wie viel Fläche braucht ein Solarpark?

Moderne Solarparks benötigen weniger als einen Hektar Fläche pro Megawatt Leistung – ältere Anlagen brauchten noch rund vier Hektar. Ein Park mit 10 Megawatt kommt heute also mit etwa 10 Hektar aus, bis 2030 wird eine weitere Verbesserung auf rund 0,75 Hektar pro Megawatt erwartet.

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